Wenn die Identifikation verloren geht

Regensburg, 12. September 2016 (orv) – Wer in Europa als Laufveranstalter dazugehören will, geht immer nach demselben Muster vor: Eine bis zwei Handvoll sogenannter Eliteläuferinnen und –Läufer aus Ostafrika, deren Namen keiner so recht aussprechen kann, die aber deutlich schneller sind als die nationale Elite des jeweiligen Landes und trotzdem nicht zur Weltelite zählen, sowie ein tausendfaches Heer der namenlosen Jogger dahinter. Ein paar Tausender wechseln den Besitzer, die Bewunderung über das Laufwunder Ostafrika ist groß und das Event hat Glanz und Glorie – es kann ja nur gut sein für den Laufsport.

Mitnichten! Die eh schon immer spärlicher werdende nationale Elite fühlt sich regelmäßig vorgeführt, die Bewunderung verflacht schon im Wiederholungsfall zum ratlosen Desinteresse, weil die Identifikation zum Beispiel mit einem lokalen Heroe oder mit der eigenen Nation, wahlweise der eigenen Region gänzlich fehlt und die Klassifizierung der erbrachten Leistungen 99 von hundert Zuschauern und Fans auf Grund der fehlenden Fachkenntnis nicht möglich ist. Der Erste ist eben der Sieger und gut, der Zweite bereits der erste Verlierer und damit schlechter. Auf Grund des großen Leistungsunterschiedes kommt es gleich gar nicht zum echten Wettkampf. So, wie eben der FC Bayern gegen irgendeinen Siebtklassisten auf dessen Dorfsportplatz spielen würde.

Die Frage nach dem Sieger stellt hier keiner. Es hat in aller Regel einfach nur den Bewunderungsfaktor für den FC Bayern. Was für den FC Bayern gilt, gilt aber noch lange nicht für die mit den unaussprechlichen Namen in den oben angesprochenen Läufen. Sie geben keine Interviews, weil sie meist nur gebrochen Deutsch können, sie werden in jedem Rennen ausgetauscht und sie träumen genauso wie deutsche Talente von der großen Karriere und eben vom großen Geld, was für fast alle unerreichbar sein wird, weil die Konkurrenz von Läufern mit ostafrikanischer Abstammung eine wesentlich härtere ist als bei Läufern der europäischen oder deutschen Hemisphäre.

Wer es in die äthiopische oder kenianische Nationalmannschaft nicht schafft, gehört eigentlich schon zu den Verlierern. Da hilft auf nicht das immer wieder vermutete „Jüngermachen“ für einen eventuellen Einsatz bei einer Junioren-WM. Als letzter Ausstieg bleibt oft nur der Flieger nach Europa und die Hoffnung, dass man dort von einem laufverrückten Manager oder Vereinsfunktionär aufgelesen wird, um dann die harte Welt des deutschen Pseudo-Laufprofis mit wenig Geld und keiner Aussicht, dass es jemals besser werden würde, kennen zu lernen.

Weder dem afrikanischen Sportler noch dem leistungsgierigen deutschen Verein ist damit geholfen, die Löcher im deutschen Fördersystem Laufen auf der einen Seite zu stopfen beziehungsweise dem Sportler zu einer würdigen Existenz zu verhelfen. Und über allem droht die ständige Gefahr der Abschiebung der meist unter dem Flüchtlingsstatus auftauchenden Talente.

Es sind in aller Regel keine noch zu schleifenden Rohdiamanten, sondern fein in ihrer Heimat  austrainierte Athleten, die zu Hause in Afrika wohl schon oft als Laufprofis tätig waren. Zu schlecht für Ostafrika, gut genug aber, um die Einheimischen in den Laufschwellenländern Europas ins Schwitzen zu bringen. Die Frage sei erlaubt: Braucht die Entwicklung im deutschen Lauf diese Söldner aus Afrika und andersrum – tun wir diesen jungen Menschen Gutes an, sie wegen der schönsten Nebensache der Welt zu uns her zu locken? Ein deutsches Meisterteam mit hundert Prozent Ostafrikanern wird wohl auf Dauer keine Akzeptanz hierzulande finden, weil die Identifikation damit nur schwer möglich ist, zudem die Entwicklung eigener Lauftalent dadurch vehement behindert wird.

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