Philipp Pfliegers langer Weg nach Olympia

Pflieger3 EM2016 KiefnerfotoSommer 2007, ein junger Schwabe aus Sindelfingen liest im Internet eine kleine Notiz, die ihn als Läufer neugierig macht: In Regensburg würde ein Athletenhaus gegründet werden und man könnte sich dafür bewerben. Genau hier beginnt Philipp Pfliegers olympischer Traum, der fast genau neun Jahre später in Rio endet, einer Stadt, von der man damals noch nicht einmal wusste, dass dort im August 2016 Olympische Spiele stattfinden würden. Es war ein langer Weg vom jungen Abiturienten, der er damals war, bis zum reifen Athleten, der sich inzwischen auf allen Ebenen durchzusetzen weiß. Seine Olympiateilnahme war allerdings alles andere als selbstverständlich.

2012 war er zum ersten Mal bei den Europameisterschaften der „Großen“ in Helsinki dabei und wurde über 5.000m Fünfzehnter, Olympia in London war da noch weit entfernt. 2014 scheiterte er in der EM-Qualifikation für Zürich über 10.000m nur hauchdünn an der nationalen Norm, die schon immer etwas schwerer war, als die internationale des europäischen Verbandes. Mit unsinnig harten Leistungsnachweisen wegen ein paar Sekunden gaben ihm die DLV-Verantwortlichen letztendlich keine Chance. Philipp Pflieger hatte jetzt die Schnauze gründlich voll von jeglichen Bahnwettbewerben. Die Entscheidung war schnell gefasst: Wenn es noch etwas werden sollte mit den fünf Ringen, dann eben nur im Marathon.

Ausgelaugt vom Bahnsommer 2014 endete der erste Versuch in Frankfurt bei Kilometer 35 auf dem harten Pflaster der Mainmetropole. Zuerst verließen ihn die Kräfte, dann die Sinne und aus war’s. Nach einer langen Regenerationsphase gelang zumindest das erste sorgenfreie Wintertraining.  Dann kam im Herbst 2015 sein Lauf aller Läufe. Beim Berlin-Marathon zauberte er mit 2:12:50 Stunden einen Premierenmarathon auf die Straßen, den schon ein Jahrzehnt lang kein deutscher Athlet außer Rekordhalter Arne Gabius mehr hingebracht hatte. Fernsehexperte Dieter Baumann war schlicht aus dem Häuschen: „Den nehmen wir doch mit nach Rio!“

Doch dafür stand eine beinharte DLV-Norm von 2:12:15 Stunden im Weg, während international nur 2:17:00 Stunden notwendig waren. Keiner verstand diesen hohen Anspruch, weder die breite Fachöffentlichkeit, noch die Medien oder die Marathonveranstalter in Deutschland. Es war der Zeitpunkt, dass Philipp Pflieger seine Dinge selbst in die Hand nahm. Zusammen mit Anwalt Dr. Paul Lambertz strebte er ein Gespräch mit den Verantwortlichen des DLV und des DOSB mit der klaren Ansage an, notfalls sein Recht auf Olympia einzuklagen. Der rechtliche Hintergrund war durchaus gegeben: Als Monopolist hätte der DOSB Pfliegers Recht auf Berufsausübung als Berufssportler verhindert, was einem Berufsverbot gleichkäme und dem deutschen Kartellrecht widerspräche.

Es ist vielleicht Philipp Pfliegers größter Sieg gewesen, dass es der DOSB gar nicht erst darauf ankommen ließ. Im Januar 2016 fielen die deutschen Olympianormen, plötzlich reichte eine 2:14:00 um in Rio dabei zu sein. Doch Philipp Pflieger wäre nicht Philipp Pflieger, wenn nun alles gut gewesen wäre. Der Winter 2015/16 war schon eine einzige Katastrophe, der junge Mann saß mehr bei den Medizinern, als dass er im Training gesichtet wurde.  Hatte er am Ende umsonst gegen Verband und Funktionären gekämpft? Die EM im Halbmarathon auf Amsterdams Straßen überstand er mehr schlecht als recht und die Marathonvorbereitung für Rio wurde mit ganz heißer Nadel gestrickt.

Und dennoch – am 21. August diesen Jahres, als es bei heißen Dampfbadbedingungen ins Rennen aller Rennen ging, war der Regensburger in Top-Form, was weder sein 55. Platz, noch die 2:18:56 Stunden auch nur annähernd wiedergeben können. Sein olympischer Traum war wahr geworden! Seitdem ist aus dem 1,90m großen Schlacks ein anderer Mensch geworden, selbstbewusst, locker und sportlich auch schon wieder erstaunlich gut unterwegs. Die Weltmeisterschaften in London sind kein Ziel für ihn. Er will im nächsten Jahr zwei Stadtmarathons laufen. „Schließlich muss ich von etwas leben. Außerdem würde es schwer sein, bei Weltmeisterschaften die Norm für die heimischen Europameisterschaften 2018 in Berlin zu laufen. Da will ich aber unbedingt hin“, sagt er zu seiner Zukunft.

Eine Olympiateilnahme ist wie ein großes Tor in die breite Öffentlichkeit. In der Region ist man auf den gebürtigen Schwaben im blauen Telis-Trikot aber schon lange aufmerksam geworden. Bei der jährlich durchgeführten Wahl zum Sportler des Jahres in Ostbayern holte er sich 2014 den Titel bei den Herren, im letzten Jahr war er Dritter hinter einem Weltklasse-Judoka und Teamkollege Florian Orth und auch in diesem Jahr steht er wieder zur Wahl. Seine Fangemeinde muss aber kräftig abstimmen, schließlich steht zum erneuten Titelgewinn kein anderer als der Olympiasieger im Schießen Christian Reitz im Weg. Hier geht’s zur Wahl …

Newstelegramm

Ulm, 04.-06.08.17
DM Jugend U20 + U18 mit DM Langstaffeln(M 3x1000/ W 3x800)
Ausschreibung


Ingolstadt, 29.-30.07.17
Süddeutsche Meisterschaften U23/U16 (AK14+15)
Teilnehmer
Live-Ergebnisse


Rhede, 29.07.17
47. Internationales Leichtathletik-Meeting
Ausschreibung


Augsburg, 22.-23.07.17
Bayerische Meisterschaften M/F/U20/U18
Live-Ergebnisse


Grosseto (Italien), 20.-23.07.17
U20-Europameisterschaften
Webseite
Live-Ergebnisse
Ergebnislisten
Livestream


Regensburg, 15.-16.07.17
Bayerische Meisterschaften U23/U16
Ergebnisse
Göstl-Fotos (Tag 1)
Göstl-Fotos (Tag 2)


Neustadt a.d. Waldnaab, 30.-01.07.17
30. Neustädter Läufermeeting
Ergebnisse
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Regensburg, 11.06.17
Int. Sparkassen-Gala
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Regensburg, 10.06.17
Int. Laufnacht der LG Telis Finanz Regensburg + Bayer. Meisterschaften Hindernis M/F/U23
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Berlin, 31.-31.12.06
Silvesterlauf Berlin
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