Ein Kommentar zum Thema von Kurt Ring

Regensburg, 16. Oktober 2017 (Ring) – Den 15. Oktober 2017 sollten sich alle, denen eine Erneuerung des deutschen Sportsystems am Herzen liegt ganz fest anstreichen. Die Festung DOSB hat einen schweren Treffer in ihre scheinbar uneinnehmbaren Mauern bekommen. Dementsprechend harsch fiel auch schon unmittelbar vor der Gründung des unabhängigen Vereins „Athleten Deutschland“ die Kritik der beiden DOSB-Oberen Vesper und Schimmelpfennig aus: „Wenn man die Gründe liest, die aktuell dafür ins Feld geführt werden – etwa die Beteiligung an der Festlegung der Nominierungskriterien für die Olympischen Spiele oder die aktive Teilnahme am Anti-Doping-Kampf –, dann stellt man fest, dass exakt dies originäre Aufgaben der gewählten Athletenkommission des DOSB sind, die auch heute schon 'auf Augenhöhe' wahrgenommen werden, und zwar innerhalb des DOSB."

Das alte feudal ausgerichtete Hierarchiesystem des deutschen olympischen Sports wackelt. Die Strohmännerbesetzung im DOSB in persona Athletenkommission und Athletensprecher, stets abhängig von den Apparatschiks des DOSB und ebenso von den Führungskräften der Verbände, hat eigentlich schon längst ausgedient. Sowohl der DOSB als auch die Fachverbände sind verlängerte Vollzugsarme des Bundesinnenministeriums, das seine Aufgabe des Förderns heimlich, still und leise in eine Knute des Forderns umwandeln will. Die Interessen der Athleten vertreten sie schon lange nicht mehr und wenn eine laute, ehrliche Sprache im Kampf gegen die internationale Doping- und Korruptionssysteme im Sport angesagt wäre, sind die Funktionäre meist still, immer auf der Hut, ihren ganz persönlichen Karriereaufstieg nicht zu gefährden. Das beste Beispiel dafür ist der derzeitige deutsche IOC-Präsident Dr. Thomas Bach.

Genau diese laute Stimme kann nur ein unabhängiges Gremium haben, ganz egal, ob sich das Ding Verein, Partei oder Gewerkschaft nennt. Wichtig ist, dass es unabhängig ist und die Interessen seiner Mitglieder vertritt. Für viele Funktionäre sind Athleten derzeit lediglich die Bauern eines Schachspiels und sie die Damen und Könige, die sich sportliche Erfolge ganz gerne auf ihr Schild heben und sportliche Misserfolge mit „falschen Vorbereitungen“ abtun. Laut olympischer Charta ist die Teilnahme bei internationalen Wettbewerben wie zum Beispiel den Olympischen Spielen oberstes Ziel eines Athleten. Wer daran teilnehmen kann, sollte ausschließlich Sache der final entries der jeweiligen Veranstalter sein. Allein die Festlegung der Auswahlwettkämpfe darf Sache des DOSB und der Fachverbände sein. Es kann daher nicht schaden, wenn eine unabhängige Kommission den immer auf Medaillen getrimmten Funktionären ein wenig auf die Sprünge hilft und ihnen sagt, dass das Trepperl nicht Maß aller Dinge sein kann.

Den deutschen Athleten kann daher nur geraten werden, in Scharen Mitglied dieses Vereins „Athleten Deutschland“ zu werden und sich nicht vor den Repressalien der Altgedienten einer schon längst überfälligen, zudem viel zu teuren Dachorganisation zu fürchten. Für die Finanzierung in Höhe von jährlich 300.000 bis 400.000 Euro hat die Politik Unterstützung in Aussicht gestellt. Der DOSB fürchtet, dass dieser Betrag an anderer Stelle in der Sportförderung fehlen könnte. Vielleicht kann er dieses Geld bei der Athletenkommission einsparen. Sie ist nämlich mit der Gründung des neuen Vereins überflüssig geworden.

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