Die EM-Teilnehmerin von Berlin 2018 startet ab 2019 für die LG Telis Finanz

Dattke Pauer2 BLV Halle18 KiefnerfotoRegensburg, 24. Oktober 2018 (orv) - Nada Ina Pauer, pardon Dr. Ina Pauer, promovierte Juristin und ab November zarte 32 Jahre alt, ließ in der nun vergangenen Saison gehörig aufhorchen. Die Wienerin, auf Grund der Herkunft ihrer Eltern mit der österreichischen und deutschen Staatsangehörigkeit ausgestattet, wuchs als Kind im schönen Wien auf. Schon mit neun Jahren verbrachte sie mit ihren Eltern einige Jahre in Boston/USA. Dort begann sie ihre sportlichen Aktivitäten in einer Mädchenfußballmannschaft und als die Familie wieder nach Wien zurückkehrte, schloss sie sich spontan im Prater einem Leichtathletikclub an. Die Leistungen der dann 18-Jährigen über 3.000m mit 9:41 Minuten und über 10.000m mit 35:32 Minuten konnten sich damals schon nicht nur in Österreich sehen lassen. Dem Wunsch der Eltern entsprechend waren nach der Matura aber ganz andere Ziele im Fokus. Ihr in der Heimatstadt begonnenes Jura-Studium setzte sie nach einigen Semestern in Paris und in Chicago fort und promovierte 2013 mit Auszeichnung. Mit der Lauferei war bereits da schon seit 2008 nichts mehr im Gange, weil ihr Rücken andauernd streikte.

Vor drei, vier Jahren ging’s aber wieder richtig los. Hier ihre Erklärung dafür: „Hauptmotiv eins ist: Man ist nur einmal jung (lacht), Hautmotiv zwei: Ich hatte vor allem Sehnsucht an jene Zeit, als es gut gelaufen ist. Ich habe Laufen einfach immer so sehr geliebt, auch als ich wegen arger Rückenprobleme 2008 aufhören musste. Es war ein herber Rückschlag, aber ich musste mir ein zweites Standbein aufbauen und habe mich aufs Studium konzentriert. Anschließend flatterten gute Jobangebote herein und ich habe mich mit allen Lebensgewohnheiten immer mehr vom Laufsport wegbewegt. Natürlich vermisste ich es jeden Tag und als es mit dem Rücken deutlich besser ging, war mir bewusst, ich will es so sehr.“ Der Neubeginn war dann alles andere als prickelnd, auch nicht bei einem Crosslauf im holländischen Tilburg. Nada Pauers großes Potential war eigentlich schon wieder da, zeigen konnte sie es aber an diesem Tag zumindest überhaut nicht: „Ich hatte damals hohe Erwartungen an mich und bin jenen Wettkampf grottenschlecht gelaufen. Aber der positive Aspekt daran war, dass ich Richard (Anmerkung: gemeint ist damit der vielfache Deutsche Langstreckenmeister und Vize-Europameister, sowie Olympiateilnehmer Richard Ringer) dort kennenlernte, der mich im Anschluss liebevoll tröstete.“

Seit Tilburg sind die beiden ein Paar und haben sich in Richard Ringers Heimat am Bodensee sesshaft gemacht. „Als ich mit Richard zusammen gekommen bin, eröffnete sich für mich die Chance, noch einmal in der Leichtathletik Gas zu geben“, erklärt Nada Pauer ihren ganz besonderen Glücksfall. Sie wird von ihrem Lebenspartner inzwischen auch sportlich betreut und da die Deutsch-Österreicherin keine halben Sachen macht, arbeitet sie inzwischen bei einem sportverständigen Arbeitgeber in Bregenz nur noch im Teilzeitverhältnis: „Ich kann mir die Zeit jetzt selber einteilen. Und das ist der große Unterschied zum Fulltimejob gleich nach dem Studium in einer Wiener Kanzlei. Das gibt mir viele Freiheiten und mein Chef vertraut mir, dass meine Zeiteinteilung optimal mit der Arbeit harmoniert.“ Nada Pauer ist zudem eine Teamplayer. Dafür bot sich am Bodensee wenig an. Die Mädels der LG Telis Finanz kannte sie hingegen bereits aus vielen Auslandstrainingslagern. Deshalb musste sie wohl auch nicht lange nachdenken, wohin die Suche nach einem neuen Verein hinführen sollte. Das Gespräch mit Telis-Coach Kurt Ring musste wohl harmonisch ausgefallen sein. Noch am selben Tag sagte sie zu und wird nun ab 2019 das Regensburger Erfolgsteam verstärken. „4:19min über 1.500m, 9:06min über 3.000m und 15:40min über 5.000m muss man nicht mehr besonders erklären, die Zeiten, alle in diesem Jahr erzielt, sprechen für sich. Zudem sind Nadas Trainingsumfänge noch ausbaufähig. Für Österreich war sie schon heuer bei der EM in Berlin über 5.000m am Start“, zeigt sich Kurt Ring über seinen immer fröhlichen, manchmal geradezu überschäumenden Neuzugang hoch zufrieden.

Für die 32-Jährige soll noch lange nicht Schluss sein. Selbst den Marathon hat sie schon in der erweiterten Planung: „Ich wünsche mir auch den Marathon. Aber Grundvoraussetzung dafür sind drei Jahre kontinuierliches Training auf der Bahn. Davor brauche ich nicht für einen Marathon trainieren. Ein Marathonlauf in 2:40 Stunden reizt mich nicht. Wenn ich einen Marathon laufe, dann will ich österreichischen Rekord laufen. Aufgegeben habe ich diesen Traum nicht. Bis 2020 bleibe ich – Stand jetzt – aber auf der Bahn. Ich habe dort noch eine Rechnung offen, weil ich weiß, dass diese Zeiten, die ich stehen habe, nicht repräsentativ dafür sind, was ich leisten kann. Wenn ich diese Rechnung beglichen habe, bin ich Feuer und Flamme für den Marathon“.

Newstelegramm

Regensburg, 02.12.18
Intersport-Tahedl-Nikolauslauf
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Berlin, 31.-31.12.06
Silvesterlauf Berlin
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