Es muss weiter gehen, auch mit Feld,- Wald,- und Wiesentraining 
Ein Kommentar von Lothar Pöhlitz*

Laufschattenbild Poehlitzbeitrag Poehlitz GraphikWas machen Sportler in einer Corona-Krise? Vor dieser Frage stehen nicht nur die im TV und in den Medien umfassend begleiteten Fußballer, sondern auch Leichtathleten, Ruderer, Kampfsportler, Turner, Spieler, die Alten, die Erkälteten oder Hobbyläufer. Nein, auch die Leistungssportler wären über eine Orientierung durch ihren DLV oder den DOSB, die Fachleute für Hochleistungssport, dankbar. Schließlich sind Olympische Spiele und Europameisterschaften vor allem auch ihre Ziele, noch 2020. Bis jetzt. Und alle die dafür in Frage kommen wissen aus der Trainingslehre, dass jeglicher Trainingsausfall Leistungsverlust bedeutet. Und wenn die Olympischen Spiele und Europameisterschaften doch stattfinden, ist schnell alles vergessen. Dann werden wie immer Medaillen gezählt.

Natürlich muss man gesund sein, vor allem als Leistungssportler, der zu den Olympischen Spielen nach Tokyo oder zur EM nach Paris will. Was tun? fragen sich alle, auch die, die gerade ihr Trainingslager in Kenia abgebrochen haben, um nicht infiziert, vielleicht sogar dort in Quarantäne oder in einem Krankenhaus zu landen. Die kenianischen Laufpartner hatten eh schon ihr Training weitgehend eingestellt, weil ihre „Geldziele in Europa“ scheinbar in 2020 außer Reichweite scheinen. Und die sonst so nahen afrikanischen Kids gaben weiter, was ihre Familie ihnen vermittelte: Die Mzungus, die Weißen, hätten den Virus eingeschleppt. Keine gute Atmosphäre.

Aber wie nun weiter? Natürlich darf man den Virus und die vielseitigen Empfehlungen der Experten auf diesem Gebiet nicht unterschätzen. Einer der schnellsten Experten, was das Lauftraining zu dieser Problematik betrifft, war wieder einmal Regensburg-Coach Kurt Ring mit einem „Leitfaden für alle unsere Leistungssportler“: „Wir raten unseren Trainer/Innen, auch privat keine größeren Gruppen zu sammeln um sie „undercover“, den Empfehlungen der Landesregierung entsprechend, irgendwo zu trainieren und anzuleiten. Da man Leistungssportler nicht einfach auf Knopfdruck abstellen, beziehungsweise kasernieren kann, bitten wir alle unsere Trainer/Innen, ihre Athleten/Innen mit individuellen „Hausaufgaben“, sprich angepassten Trainingsplänen für eine individuell isolierte Trainingsarbeit über Internet, Whatsapps oder auch Mails zu versorgen“.
 
Eigentlich muss man dem fast nichts hinzufügen, als die Tatsache, dass es die Läufer unter den Leichtathleten jetzt man leichtesten haben, wenn sie nur wollen. Wer gesund ist und seine Ziele weiter verfolgen will, muss/kann seine Kilometer, seine Berganläufe, seine Fahrtspiele, seinen Tempo-Dauerlauf, seine kurzen Tempo-wechsel-Programme, seine „aerob-Langen“ und auch sein Kraft-/Athletik-Training (sicher kann man sich eine Hantel oder Medizinball organisieren) in freier Natur, in einen Feld-, Wald-, und Wiesentraining - natürlich „mit Traineranweisung nach Kurt Ring“ absolvieren. Nicht trainieren kann nur, wer krank oder unter Quarantäne ist.

-*Lothar Pöhlitz – seit 1957 Dipl.- Sportlehrer für Leistungssport / Sportwissenschaftler / 1959-1971 Trainer und Cheftrainer beim SC Chemie Halle / 1971-1979 Leiter des Wissen schaftlichen Zentrums Lauf / Gehen des DVfL / DLV-Bundestrainer 1980 – 1998 /  zuletzt Teamleiter Marathon / Straßenlauf /  3x Olympia-Trainer für Deutschland / Langjähriger Dozent an der Trainerakademie und DLV-Trainerschule / seit 2006 Leichtathletik-Coaching Academy