Betrachtung der Deutschen Freiluft-Meisterschaften im Männer- und Frauenbereich  –
Ein Podcast von Benjamin Brömmel beschäftigt sich damit

Telis Team Start10km Johannesbad20 wilhelmi FotoRegensburg, 20. Mai 2020 (orv) – Gäb’s in der Leichtathletik das beliebte Quiz „Wer wird Millionär“, wäre dies eine veritable Millionenfrage: An welcher Position reiht sich in der Frauen- und Männerklasse die LG Telis Finanz Regensburg in einer Rangliste der erzielten Deutschen Freiluft-Meistertitel der letzten zehn Jahre ein? Zur Auswahl stünden Position eins, drei, fünf oder sieben. Die richtige Antwort wäre wohl selbst für eingefleischte Regensburger Optimisten verblüffend. Spitzenreiter in dieser inoffiziellen Bestenliste, basierend auf einer Erhebung von leichtathletik.de (Deutsche Freiluft Meister/Innen in der Männer- und Frauenklasse in den Jahren 1995-2020), ist nicht der TSV Bayer 04 Leverkusen, auch nicht der TV Wattenscheid 01, sondern mit deutlichem Vorsprung die  Läuferhochburg aus dem Süden der Republik, die LG Telis Finanz Regensburg. Die Domstädter sammelten bei 82 Titelgewinnen von 2011 bis 2020 (Stand heute) genau einmal mehr Gold als Leverkusen (45) und Wattenscheid (36) zusammen.

Recherchiert hat dies Telis-Teamchef Kurt Ring, nachdem ihm eine Grafik von Benjamin Brömmel, dem Betreiber des Podcasts „Mainathlet“, zugetragen wurde. Brömmel hatte dabei die gesamte DLV-Statistik, die von 1995 bis in die Jetztzeit reicht, nach Vereinen berechnet und dabei folgende Reihenfolge für das Vierteljahrhundert ermittelt: 1. TV Wattenscheid mit 164, 2. TSV Bayer 04 Leverkusen mit 150, 3. LG Telis Finanz Regensburg mit 118, 4. LG Eintracht Frankfurt mit 68, 5. LAC Quelle Fürth mit 67 Titelgewinnen. Kurt Ring wusste sofort, dass erst die letzten zehn Jahre in der bereits 50jährigen Geschichte seiner Leichtathletik Gemeinschaft (Gründung 1970) richtig erfolgreich waren und begann erneut in der leichtathletik.de Quelle  zu wühlen. Da die Titel seiner Athleten/Innen in den Jahren 1995 bis 2010 nur  im überschaubaren Rahmen erreicht worden waren, interessierte ihn, ob im goldenen letzten Jahrzehnt vielleicht sogar eine Verschiebung zugunsten seiner Blauhemden möglich wäre. Das Ergebnis überraschte selbst ihn in seiner Deutlichkeit.

Wenn er so seine Trainingsmöglichkeiten in der zwei Jahrtausende alten Römerstadt mit der zwar nicht ganz so alten, aber trotzdem inzwischen sicher in die Jahre gekommenen Mehrzweckhalle und der erst seit ein paar Jahren mit Kunststoff belegten Rundbahn am Oberen Wöhrd, einer Donauinsel mitten in der Stadt, betrachtet, erscheint ihm so etwas, wie diese Titelerhebung fast ein wenig unwirklich. „Dass wir im Bereich Lauf in Deutschland ganz gut mitmischen können, dort auch international schon so manches Pünktchen sammeln konnten, war mir schon klar. Dass wir aber auch insgesamt auf nationaler Ebene den ganz Großen in der Szene die Stirn bieten können, macht mich ihm nachhinein schon stolz und zeigt, dass durch ehrliches und jahrelanges Bemühen viele kleine Filigranstückchen am Ende auch ein vorzeigbares Ganzes ergeben können“, sagt der Hans Dampf der Regensburger Szene selbst darüber. Als solchen hatte ihn Stadionmoderator Bert Hörhold schon 2003 öffentlich tituliert.

Bezeichnender für die Regensburger Erfolgsgeschichte  ist vielleicht sogar noch jene Überschrift, die der Sportredakteur der Mittelbayerischen Zeitung Claus-Dieter Wotruba vier Jahre später über einen seiner Leichtathletik-Artikel  setzte. Die Headline hieß damals „Der Riese im Dunkeln“. Damals waren die Regensburger noch rot angezogen und hießen LG Domspitzmilch Regensburg“. Claus-Dieter  Wotroba wusste da noch gar nicht, dass die große Zeit des „Riesen“ erst vier Jahre später anbrechen sollte. „Was mit den Domspitzmilch-Werken angefangen hat, wurde in einer bisher fruchtbaren Unterstützung durch die Telis Finanz AG fortgesetzt. Vieles wäre ohne die großzügige Unterstützung durch die beiden Wirtschaftsunternehmen nicht möglich gewesen“, vergisst Ring auch seine Förderer in diesem Zusammenhang nicht. Ein Baustein für ein weiteres goldenes Jahrzehnt seiner Blauen dürfte die neue Regensburger Leichtathletikhalle, die nach jüngsten städtischen Aussagen schon Ende 2023 betriebsfertig sein soll, sein. Ein millionenschweres Prunkstück in den Augen von Ring und „eine klare Wertschätzung der Stadt Regensburg für die erzielten Erfolge der letzten Jahre“. Welche Bedeutung eine Leichtathletikhalle für die LG Telis Finanz Regensburg haben könnte, zeigt die Auswertung des Jahrzehnts mit den Hallenmeister/Innen. Indoor-Titel waren Sahnehäubchen für die beiden Giganten aus dem Westen. Mit den Hallentiteln liegt die LG Telis Finanz bei 94 mal Gold, Leverkusen rückt dann mit 83 mal Gold (34 Team- und Staffelerfolge inkusiv) bedrohlich nahe und auch der TV Wattenscheid sammelte in der Halle mit 34 mal Gold (davon 13 Team- und Staffeltitel) beträchtlich. An der Reihenfolge ändert sich aber trotzdem nichts.