Oder geht's doch?  – hier wäre eine Lösung

Dattke4 DM10km2019 guetzlaff FotoRegensburg, 14. Juni 2020 (orv) – Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat mit Stand Anfang Juni alle Straßenlaufmeisterschaften des Jahres 2020 abgesagt – die nachzuholenden aus dem Frühjahr und jene, die im Herbst noch kommen sollten. Grund dafür sollen die nicht erfüllbaren Hygiene- und Abstandsregeln sein, für deren Verschärfung speziell in der Leichtathletik die Funktionäre schon anfangs alles taten, was ihnen möglich war. Der Langstreckenlauf hat indessen in Deutschland trotz Pandemie nie pausiert ohne Schlagzeilen für eine drastische Erhöhung der Neuerkrankungen zu sorgen. Was die Funktionäre von Beginn an vergaßen: Die Leichtathletik ist ein kontaktloser Sport, speziell auch das Laufen. Während alle anderen Disziplinen am Höhepunkt der Erkrankungen trainingstechnisch zaubern oder pausieren mussten, konnten Langstreckenläufer problemlos trainieren. Sport, alleine betrieben, war immer erlaubt.

Jetzt in einer Promoshow speziell den Lauf in der Sportreportage des ZDF vom heutigen Tag als Sturz- und Rempelfestival darzustellen, geht weit an der Wirklichkeit der Läufer vorbei. Es verleumdet sie geradezu in schlimmster Weise. „Es gibt keinen Grund, die Straßenlaufmeisterschaften dieses Jahres in ihrer Gesamtheit abzusagen. Mit ein paar kleinen Änderungen kann man ein schickes neues Ausführungsprofil kreieren, hundertmal besser als jene schrägen Fernduelle am Laufband oder virtuelle Challenges übers Internet“, sagt Kurt Ring, Coach der erfolgreichsten deutschen Straßenlauftruppe der letzten zehn Jahre.

„Man  nehme die 100 besten deutschen Athleten, 50 Männer samstags und 50 Frauen sonntags, teile sie laut Voranmeldung in leistungsadäquate Zehnergruppen ein, lasse sie zeitversetzt, gruppenbezogen mit dem leistungsschwächsten Zehner-Athletenpaket beginnend, im 30-Sekunden-Intervall startend auf einer 2km-Runde (10km), 3km-Runde (Halbmarathon) und 5km-Runde (Marathon) laufen. Der Läufer mit der besten Vormeldezeit startet als letzter. Der Wettbewerb dauert, von der reinen Laufzeit gesehen, nur maximal 1 Stunde länger, zwischen den 5 Blöcken befinden sich Ruhepuffer von einer halben Stunde. Mittels moderner Zeitnahmetechnik mit Zwischenzeiten, Zwischenrankings und gleichzeitigen Mannschaftswertungen ist das Rennen medial glänzend zu gestalten. Spannend bis zum Schluss. Die Runden können normale Straßen sein, die einfach nur eine Mindestbreite einer normalen Autostraße von sechs Metern haben sollten. Es geht links herum. Die linke Fahrbahn ist die normale Streckenführung, die rechte Seite die Überholspur. Im Ziel geht’s genauso: linke Fahrbahn und die  rechte Fahrbahn sind dann die beiden Zielkanäle und mit dem momentanen Mindestabstand von 1,5 Metern brächte man sogar 4 Zielkanäle auf die Straße“, erklärt der Mann, der in den letzten zwei Jahrzehnten schon etliche Deutsche Meisterschaften ausgerichtet hat, dem es 2001 gelungen ist, die Deutschen Crosslaufmeisterschaften vor 4.000 Zuschauern medienträchtig erstmals in ein Stadiongelände zu holen.

Diese zeitmesstechnisch hochwertig begleiteten  Langstreckenrennen sind bei Cross-Europameisterschaften, wie auch bei international besetzten Halbmarathon bzw, Marathons über die Leaderboards schon längst Realität. „Wenn der Verband in punkto Straßenlaufmeisterschaften im Herbst keinen 180-Grad-Turn hinbringt, werden wir das im Oktober auf unserem vermessenen 10km-Kurs mit sechs 1,66km Runden vorführen. Ich habe unsere kleine, aber professionell arbeitende Zeitnahme schon letztes Jahr gefragt, ob das mit den Zwischenwertungen auf einer Videowall mit ihren technischen Mitteln möglich wäre. Die Antwort war ein uneingeschränktes Ja“, kündigt der Regensburger Macheran, das Projekt notfalls selbst zu verwirklichen. Der Mann schätzt von Anfang an einfache Lösungen. „Das Ganze ist absolut kontaktlos, die Abstandsregeln sind spielend einzuhalten und das Hygienekonzept sollte in Zeiten der starken Abnahme der Neuerkrankungszahlen auch keine unlösbare Herkulesaufgabe mehr sein.“