Beiträge zum Schüler- und Nachwuchsleistungstraining

Trainingspraxis Laufen2Von Lothar Pöhlitz / Jörg Valentin (Meyer & Meyer-Verlag), Broschiert – ca. 450 Seiten – mit Tabellen, Abbildungen, Fotos in Farbe ISBN 978-3-8403-7503-3 – Preis cá. 34,95 € inkl. MwSt. - Kommt gerade in den Handel!

Schüler- und Jugendtraining ist Lerntraining, Talenterkennungstraining und bereitet auf das Hochleistungstraining vor. Talente zeigen sich im Training und durch bessere Umsetzung ihrer Leistungsvoraussetzungen in Wettkampfleistungen. Und die Ehrgeizigen wollen am liebsten immer gewinnen. Sie sind nicht nur für ein sportliches Training geeignet sondern auch dazu bereit. Ohne Leidenschaft geht nichts, ohne wollen keine Siege! Durch die Ganzheitsmethode werden alle Systeme des Körpers entwickelt, die Stärken und das Talent früh erkannt und ausgebildet. Die Lauftechnikausbildung mit den dafür notwendigen Voraussetzungen stehen an der Spitze der Schüler- und Jugend-Trainingsmethodik. Vielfältige, langjährige Erfahrungen dazu werden in diesem Buch vermittelt. Wenn Trainer früher nach den „Schnellen“ suchen wird diese Arbeit leichter. Im Schülertraining von Lauftalenten ist eine baldige, schrittweise Erhöhung der Trainingshäufigkeit auf 5 - 6 TE/Woche erste Voraussetzung zur Erfüllung der Ausbildungsaufgaben.

Lauftraining FotoRigal„Die volle Entwicklung der Ausdauerleistungsfähigkeit wird nicht erreicht, wenn im Schüleralter (der ersten und zweiten puberalen Phase) die funktionelle Anpassungsfähigkeit nur mangelhaft beansprucht wird. Damit entscheidet das Training in dieser Altersstufe über die spätere Leistungsfähigkeit“ (vgl. Kindermann 1974, Dietrich 1974, Sperling 1975) „Für eine aerobe Ausdauerschulung gibt es höchstens einen zu späten, aber keinen zu frühen Beginn!“ (WEINECK 1986 – S. 105)

Schnelligkeit - Ausdauer - Kraft - Beweglichkeit

Das Bewegungsverhalten von Kindern außerhalb des Trainings zeigt, dass sie sich im Spiel eher intensiv-kurz, als anaerob-lang belasten, wir sehen aber auch dass sich die Belastbarkeit (Spieldauer) durch „Training“ verbessert und Trainierte besser mit ihrem anaeroben Energiebereitstellungssystem umgehen können als Untrainierte. Die oft verbreitete Behauptung das 14-16 jährige weniger Laktat bilden ist durch die Praxis widerlegt. Unter dem Gesichtspunkt einer längerfristigen Perspektive für Lauf-Talente, muss man deshalb ab dem Schüleralter für ein dosiertes, ganzjährig kombiniertes gemischt alaktazides, aerobes und aerob-anaerobes Training, bei vorrangiger Ausprägung der vor allem anlagebedingten Schnelligkeitsfähigkeiten, der Beweglichkeit, der zielgerichtet – athletischen Voraussetzungen („Zentrum“ und der Füße) sorgen. Dosierte, kurze anaerobe Belastungen in Phasen spezieller Wettkampfvorbereitung verhindern die Überforderung. Der Ausbildung der Füße und der Fußkraft kommt vor allem im Nachwuchsleistungstraining eine bedeutendere Rolle zu als oft beobachtet.

Stretching FotoRigalEin hoher Anspruch an die Lauftechnikausbildung ist Voraussetzung für eine optimale Laufökonomie und für ein später mit „Leichtigkeit“ zu präsentierendes Renntempo über eine bestimmte Strecke. Ist das Talent „erkannt“ gilt das Prinzip „Stärken verstärken – Schwächen minimieren“ Das bedeutet zugleich dass schon früh die ererbten Stärken zu pflegen und zielgerichtet auszuprägen sind. Läufer die Spaß haben lieber „lang“ zu laufen sollten in einem komplexen Training auch in dieser Richtung früher als bisher unterstützt werden. Langsprinter, die in ihrer Schnelligkeit begrenzt sind suchen ihre Erfolge auch nicht z.B. über die Kurzhürden.

Lasst unsere Schüler wieder öfter um Siege kämpfen

Die Wettkampfteilnahme sollte in einem möglichst breiten Wettkampfspektrum dosiert, auch unter dem Gesichtspunkt der frühzeitigen Sammlung von Wettkampferfahrungen erfolgen (Streckenbereich: zwischen 400 – Langstrecke, auch bei Straßenläufen oder im Cross oder auch mal als 10 km – Testlauf, soweit aerob gut vorbereitet), ohne in diesem Alter schon eine Perspektive in Richtung Mittel- oder Langstrecke zu favorisieren. Trotzdem ist wichtig im Rahmen der Wettkampflehre den jungen Läufern schon früh Aufgaben für die Wettkampfgestaltung mitzugeben.

Staffeltraining FotoSchneiderEin richtig und gut dosiertes, abwechslungsreiches, vielseitiges Ausdauertraining bereitet Talente als Teil einer komplexen Gesamtausbildung besser auf das Jugendtraining vor und verbessert die spezielle Belastbarkeit. Ein Teil kommt dabei dem „mittleren Ausdauertraining im DL-2“ mit beispielsweise 5-10 Minutenläufen zu. Gut dosiert bedeutet aber auch in dem Maße geschwindigkeitsorientiert, wie es der jeweilige individuell-aktuelle Ausbildungsstand zulässt. Unter dieser Aufgabenstellung ist es wichtig, dass die Schüler gern zum Ausdauertraining kommen und ihnen dabei, am besten auf einer kleinen 1-2 km Standardstrecke / Runde im Wald, ihr Leistungsfortschritt verdeutlicht wird.

„Wissenschaftlich ist belegt, dass die ererbten Verteilungsverhältnisse von langsam kontrahierenden ST- und schnellkontrahierenden FT- Fasern durch Training nicht veränderbar sind, durch Lauftraining aber die Stoffwechseleigenschaften in den Muskelfasern verbessert werden können. Schnelligkeits- und Schnelligkeitsausdauertraining prägt die anaerobe Energiegewinnung in den FT- Fasern durch eindeutig gerichtete Trainingsreize besonders aus“. (NEUMANN u. a. 2002 S. 264)