Bayerische Hallenmeisterschaften Frauen, Männer und Jugend B München, 24./25. Januar 2009 - Kommentar

Große Fortschritte der weißblauen Leichtathletik bei den Hallenmeisterschaften nicht erkennbar

Regensburg, 27. Januar 2009 (orv) – „Des is halt a so, wias is“, mag so manch einheimischer Leichtathletik-Insider gesagt haben, als er am Sonntagnachmittag nach zwei etwas langatmigen Meisterschaftstagen die Münchner Werner-von-Linde-Halle verließ. In der Tat waren unter den Zuschauern der diesjährigen Bayerischen Hallenmeisterschaften wohl ganz wenig echte auszumachen. Das schöne Winterwetter in Oberbayern lädt da zu Interessanterem ein, zumal die Berge vor der Haustür liegen. Und ein(e) Blum(e) macht noch lange keinen (Leichtathletik)sommer. Auch jener Ansatz vom Quelle Sportchef Theo Kiefner, Hallenmeisterschaften seien gleich Sprintmeisterschaften, hinkt, wenn auch nicht wegzuleugnen ist, dass der unterm Hallendach immer besonders zahlreich vertreten ist. Man mag es ihm nachsehen, schließlich kommt der einzige bayerische Leichtathletik-Stern, sofern man Richtung Internationalität schielt, aus dieser Sparte und aus seinem Team. Ein Blick zurück im Zorn lohnt dennoch nicht. „Es is halt so, wias imma is“ in der weißblauen Leichtathletik, seit gut mehr als einem Jahrzehnt schon – starker Nachwuchs - im vorigen Jahr wieder einmal der beste von ganz Deutschland - und dann bei den Erwachsenen das große Rohrkrepieren.

Wie soll es auch anders sein. Ein Blick in die Top-Ten-Bestenlisten des DLV gibt reichlich Auskunft. Selbst in bayerischen Paradedisziplinen, von denen der Freistaat eh nur wenige hat, sind meistens nur ein(e) Athlet/in auf den Rängen vertreten. Von der Pole-position träumt die Leichtathletik hier zu Lande in aller Regel nur. Und das ist nur der nationale Anspruch. International gesehen ist man im Südosten der Republik schon froh, bei den Hauptevents zwei bis drei einfach nur dabei zu haben, das Wort Medaille hat man in diesem Zusammenhang schon lange nicht mehr in den Mund genommen. Da ändert auch der wieder einmal starke Nachwuchs der Neunzehn- bis Siebzehnjährigen wenig, in der dann folgenden Zeit der Reife bis ins Hochleistungsalter werden sie fast alle wieder verdörren. Was auf dem ersten Blick nur stimmt, weil doch viele übrig bleiben, aber eben nicht so gut wie sich das alle jene, die sich wieder eine starke bayerische und auch deutsche Leichtathletik wünschen, vorstellen.

Für manche Verwirrung in der Einschätzung jener Sternchen sorgt leider immer öfter eine wenig fachkundige und nicht erschöpfend recherchierende Presse. Und man muss sagen, auch die grande dame der täglich erscheinenden Zeitungen, die Süddeutsche Zeitung reiht sich da immer mehr ein. Wenn eine gewisse Kathrin Steinbichler von der SZ die von mir sehr geschätzte Leni Heuck und Christian Blum auf eine Ebene stellt, beweist sie damit nur totale Unkenntnis der Sportart und vergleicht Äpfel mit Birnen. Eineinhalb Minuten bzw. mehr als drei Minuten als erwachsene Athletin bisher hinter dem internationalen Mindestanspruch noch hinterherlaufend kann jener sehr schnell herbeigeredete Silberstreif am Horizont Richtung London 2012 rasch verblichen sein und die Langstrecklerin muss dann so nebenbei einen riesigen Rucksack an nicht erfüllbaren Erwartungen auf ihrem weiteren Karriereweg mit sich tragen. Es möge da nur an ihren jetzigen Teamkollegen Sebastian Hallmann erinnert sein, dem 2000 dabei aber nur eine vergleichsweise läppische Sekunde auf den 5000 m fehlte.

Sollte der zuständige Landestrainer Jörg Stäcker wirklich auf Grund ihrer Siegerzeit von 4:32 ein breites Lächeln gezeigt haben, muss er wohl an etwas anderes gedacht haben. Als versierter Kenner der Szene weiß er, das selbst im schwachen nationalen Mittelstreckenbereich zumindest eine 4:25 gezeigt werden muss, um um die vorderen Plätze mitlaufen zu können und wünschenswerte 4:10 Voraussetzung sind, um die Internationalität auf Lenis Strecken, den Langstrecken, überhaupt erreichen zu können. Das sind sicher Fakten, die weh tun, aber letztendlich schützen diese Wahrheiten auch die Athleten selbst vor völlig übersteigerten Vorstellungen ihrerseits und auch vor den Wünschen der sich begierig nach Qualität sehnenden Leichtathletikszene. Das sagt auch einer, der mit seinen Athletinnen praktisch im selben Glashaus sitzt und trotzdem mit Steinen wirft. Nur die, die die volle Wahrheit über ihre tatsächlichen Fähigkeiten kennen, werden das aus internationaler Sicht gesehene nationale Mittelmaß im Erwachsenenalter ertragen können und - weitermachen. Das tun hoffentlich in den nächsten Jahren sehr viele, weil explizit jene tragende Schicht von „mittelmäßigen“ Athleten/Innen, auf denen zukünftige Sterne gedeihen können, in Deutschland fast gänzlich verschwunden ist. Wir brauchen sie die Lenis, Susis, Heikes und Julias der Jetztzeit und selbst so unverbesserliche Realtätsverfechter wie ich, hoffen immer wieder insgeheim, dass es vielleicht doch eine ganz nach oben schafft .

Kurt Ring

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