Indoor2021

© Lothar Pöhlitz* - Gesund, verletzungsfrei zu bleiben und weiterhin für 2021 möglichst gut zu trainieren steht an der Spitze der Aufgaben und Wünsche von Leistungsläufern mitten im Corona-Lockdown. Vor allem die Kaderathleten im Nachwuchsleistungsbereich und die Olympiakader stehen in dieser ungewöhnlichen Pandemie-Zeit vor einer schwierigen Entscheidung: 4-6 Wochen Indoor, Hallensaison ja oder nein. Schließlich trainieren alle, natürlich altersabhängig, für neue persönliche Bestleistungen im kommenden Sommer und ein gutes Abschneiden bei ihren jeweiligen Jahres-Höhepunkten.

Weil die Olympia-Vorbereitung für die Kader Priorität hat und 2021 im Mittelpunkt steht, finden die Deutschen Meisterschaften bereits am 5./6.Juni 2021 statt. Für die anderen und deren Jahreshöhepunkte geht es nach den Deutschen wie gewohnt weiter. Deshalb, aber auch in Zeiten einer Pandemie hat die Hallensaison für jeden eine andere Bedeutung. Vor allem abhängig vom bisherigen Investitionsverlauf im Herbst / Wintertraining muss entschieden werden ob eine komplette Hallensaison, vor allem für Mittelstreckler, zur Intensivierung sinnvoll ist, ob nur der eine oder andere Wettkampf flexibel zur Formüberprüfung geplant wird oder Bahn-Langstreckler mit „Arbeitsrückständen“ sich lediglich für den einen Meisterschaftsstart entscheiden.

Für alle gilt, ganz gleich welche Entscheidung getroffen wird, die Wochen trotzdem zur Schwachstellenbeseitigung zu nutzen, bevor in den Monaten März-Mai die Wochen bevorstehen, in denen das notwendige intensivere Qualitäts-Training über die Sommerform entscheidet. 

Laura Muir, die vierfache GBR-Hallen-Europameisterin hat schon Mitte November bei athleticsweekly.com ihre Hallensaison in Frage gestellt, weil ihr vorrangiger Plan in diesem Winter zuerst ist für eine gute Grundlage für 2021 und Olympia zu trainieren. Olympische Spiele sind ihr großes Ziel (eme/aj)

Besondere Überlegungen sollten für den Lauf-Nachwuchs gelten, weil für sie eine Hallensaison immer sinnvoll ist, aus der Sicht einer Doppelperiodisierung, der Ausbildungsabwechslung innerhalb von Wochen der Intensivierung nach 3-4 Monaten Grundlagentraining, oder auch zur Sammlung von mehr Wettkampferfahrung für ihre langfristige Leistungsentwicklung. Für sie besteht in dieser schwierigen Pandemie-Zeit, sollte Indoor ausfallen, die große Chance für größere Fortschritte in der freien Natur über mehr Kilometer, Fahrtspielen, DL-TW, Bergantraining und Sprungkraftausdauer.

Deshalb muss jetzt, zu Beginn des Monats Dezember über das beste notwendige Training für die Monate Dezember – Februar für jede(n) Einzelne(n) entschieden werden. In Abhängigkeit vom bisher erreichten Belastungsniveau im Vergleich zu den Zielen, müssen Mittel- oder Langstreckler und ihre Trainer nach einer gründlichen Trainingsanalyse entscheiden, welchen der möglichen Wege sie einschlagen sollten. Dabei ist auch zu Bedenken, dass viele Läufer aus dem Perspektivkader sich im ersten Jahr des neuen Olympiazyklus befinden. 

Ein „j e i n“ wäre dabei die schlechteste Lösung.

 

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