LG Telis Finanz mischt nicht erst seit letztem Jahr im Vorderfeld der deutschen Leichtathletikclubs mit

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Regensburg, 26. Januar 2021 (orv) – Gäb’s wie beim Fußball eine 1. Bundesliga, hätte unser Club im vergangenen Jahr einen Top-ten-Platz in der Beletage der olympischen Kernsportart Nummer eins erreicht, im Erwachsenbereich sogar einen Champions League Platz“, sagt Kurt Ring angesichts der neu erschienenen Vereinswertung des DLV. Befasst man sich ein wenig näher mit dieser alljährlich im Januar erscheinenden DLV-Statistik, stellt man fest, dass das letztjährige Ergebnis der LG Telis Finanz beileibe keine Eintagsfliege ist, sondern seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen des Verbandes im Jahr 2001 eine Never Ending Story. Schon 2007 berichtete die Mittelbayerische Zeitung vom „Riesen im Dunkeln“, weil die breite Masse der Fans auch in der Domstadt König Fußball, Eishockey und Baseball als absolute Leistungsträger ausmachten und die Leichtathleten in der Domstadt meist als Mauerblümchen sahen. Im Gegensatz zu den hiesigen Ligagrößen wird denn auch der Club immer noch ehrenamtlich geführt, wobei man in den letzten Jahren auch bei der LG Telis Finanz begonnen hat, einiges zu professionalisieren.

Dass das extrem hohe Leistungsniveau so über zwei Jahrzehnte konstant hoch gehalten werden konnte, war nur möglich, weil eine Handvoll von Idealisten mit Präsident Norbert Lieske an der Spitze das Schiff immer auf Kurs gehalten hatten. Dabei erkannten die LG-Leitwölfe früh, dass dies nur durch starke finanzielle Unterstützung von Namenssponsoren möglich ist. „Die Domspitz-Milchwerke ab 1997 und dann die Telis Finanz AG ab 2008 waren und sind mittels ihrer langlebigen Unterstützung eine Hauptlebensader für uns. Wir verdanken den beiden Unternehmen sehr viel“, resümiert Lieske. Nach und nach hat auch die Stadt Regensburg die Leichtathleten in die erste Reihe der sportlichen Botschafter der Stadt eingereiht. Der Bau der Kunststoffanlage am Oberen Wöhrd war ein erstes Zeichen gese tzt und die Sterne stehen gut, dass auch die geplante Leichtathletikhalle trotz Corona-Pandemie und einbrechender kommunaler Einnahmen in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts fertig gestellt werden kann. „Wir stellen unseren Sportbetrieb deshalb auch schon seit zwei Jahren vom relativ Hallen unabhängigen Laufbereich auf eine breitere Disziplinpalette um, weil mit einer LA-Halle natürlich hier auch Trainingsmöglichkeiten im Hochleistungsbereich möglich sein werden“, berichtet Teamchef Kurt Ring.

Der Club, der in seinen Anfangsjahren mit Hermann Magerl einen Olympiavierten im Hochsprung in seinen Reihen hatte und 2004 mit Florian Schönbeck einen Zehnkampf Olympiazwölften feiern konnte, mutierte seit der Jahrtausendwende immer mehr zur Deutschlands Läuferhochburg Nummer eins und stellte seit 2004 mit Jason Stewart, Corinna Harrer, Anja Scherl, Philipp Pflieger und Florian Orth fünf Olympiateilnehmer aus diesem Leichtathletikbereich. „Diese disziplinäre Spezialisierung wollen wir jetzt nach und nach auch in Hinblick auf die kommende Halle sanft und verantwortungsvoll Disziplinen bezogen verbreitern. 2019 haben wir mit dem Langsprint angefangen, 2021 kommt nun hochwertige Mehrkämpferinnen dazu“, erklärt der sportliche Leiter der LG das aktuelle Geschehen, „einige Tops sollen so anfangs den dann nachkommenden Edeltalenten die Spur vorgeben. Den „Kauf“ bereits fertiger Stars können und wollen wir uns auf Dauer nicht leisten.“ „Dass sich dann wieder Jungtalente wie Florian Orth, Corinna Harrer oder Philipp Pflieger zu Olympia-Aspiranten entwickeln“, hofft Ring natürlich schon. Im Bereich Lauf scheinen mit Miriam Dattke und Simon Boch schon zwei solcher „Edelsteinchen“ in nächster Zeit „ante portas“ zu stehen. Der Bereich Langsprint mit Mona Mayer zeigt deutliche Tendenzen, die zumindest  im Juniorenbereich Richtung internationale Einsätze gehen werden. Der Verjüngungsprozess ist jedenfalls bei der LG Telis Finanz schon in Gang gebracht worden.

Auch in organisatorischen Angelegenheiten zeigt sich bei den Blauen ein immer deutlicher werdender Strukturwandel. Schon seit 2006 hat man den wirtschaftlichen Bereich mit der Organisation der großen internationalen Sparkassen Gala und der Abwicklung des Sponsorengeschäfts in die athletics Sport GmbH ausgelagert. Professionelle Wege werden nun auch bei der Athletenbetreuung gegangen. Zusammen mit dem Landesverband wurden mit Ruth Mayer (Langsprint), Doris Scheck (Lauf-Nachwuchs) und Stefan Wimmer (Mehrkampf weiblich) hauptamtliche Trainer*innen installiert, letzterer auch als Leistungssportkoordinator Technik im Förderverein angestellt. „Für mich selbst im Leistungsbereich Lauf habe ich noch keine Lösung, schön langsam muss ich mich aber auf Grund meines fortschreitenden Alters um eine/n Assistent*in umschauen“, gibt Ring scherzhaft  eine noch offene Baustelle preis.

Der Regensburger Erfolgsclub wartet natürlich schon sehnsüchtig auf die neue Leichtathletikhalle. „Man hat doch gesehen welchen Pusch nach oben die Fußballer des SSV Jahn vollzogen haben seitdem die neue Arena beim Papstfeld steht“, erläutert Präsident Norbert Lieske, „für einen weiteren erfolgreichen Auftritt der Regensburger Leichtathletik ist sie unumgänglich.“ Zweifelslos wird das geplante Schmuckkästchen nicht nur ein Magnet für ganz Ostbayern sein. Nachdem der weißblaue Flächenstaat sowieso nur über zwei Leichtathletikhallen verfügt, von denen die Fürther Trainingshalle völlig überaltert ist, wird von der Regensburger Anlage eine gewaltige Sogwirkung erwartet. „Selbst ein Bundesleistungszentrum wäre dann durchaus denkbar“, merkt dazu LG-Trainer Reinhard Köchl, in seiner Haupttätigkeit BLV Vizepräsident Sport, an. „Die Sportbürgermeisterin der Stadt Regensburg, Frau Dr. Astrid Freudenstein, hat mir versprochen, dass ich die neue Halle nicht erst als alter Tattergreis betreten werde“, scherzt dazu Teamchef Kurt Ring und hat dazu natürlich das von der Politik immer wieder genannte Jahr 2024 im Hinterkopf einzementiert.