... und seine Minister beauftragen auch Schul-, Kinder-, Jugend- und Leistungssport zu wollen und zu fördern. Schul- und Vereinssport sind für die physische und mentale Gesundheit der Kids, Leistungsfähigkeit und auch wieder den Stolz auf unsere Nation fundamental. Deshalb müssen wir den Kindersport nicht nur in jeder Schule, sondern auch und in jedem Ort wieder wollen. Wer bessere Olympia-Ergebnisse will, muss Kindersport machen. In unserer gegenwärtigen Lage wäre ein Sportminister vom Fach mit Kompetenzen die erforderliche Lösung, weil der Erwerb und die Beherrschung grundlegender Bewegungsfertigkeiten Aufgaben des Kindertrainings und deshalb Teil der frühkindlichen Bildung sein muss.

Kanzler privat Foto

© Lothar Pöhlitz* 3. September 2021 -  ALLE, auch die Opposition, sind für die Bildung und Ausbildung der Herzen, Lungen, Gehirne und der Psyche von 13,5, Millionen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verantwortlich. Bewegung ist der Motor zur gesunden körperlichen, geistigen und psycho-sozialen Entwicklung. Einmal gelernt könnte sie sogar bei „Politikern im Mittelalter“ dafür sorgen, dass die Gewichte nicht aus dem Ruder laufen.

Es hat mich richtig erschreckt als ich gelesen habe, wie Innenminister Seehofer Deutschlands Tokyo-Olympiaergebnisse schöngeredet hat. Das schlechteste Ergebnis seit 1992 und die Bundesregierung beurteilt die Medaillenbilanz des deutschen Teams bei den Olympischen Spielen in Tokio als ein „recht ordentliches Ergebnis“. Es ist wie bei unserer Infrastruktur, den Straßen, Brücken, dem Schienenverkehr, aber auch in der Wirtschaft. Solange „es“ wenigstens noch bewegt, fährt, wenn auch nur bei Tempo 30 oder Stau-Stillstand. Kein Wunder, sie sind sich sicher ihrer Schuld gar nicht bewusst. Auch vom Sportausschuss des Bundestages hörte man in den Jahren wenig, auch sie haben sie in den Jahren gewähren und uns so zusammen mit den anderen verantwortlichen Politikern in den Ländern ins Mittelmaß rutschen lassen. 

Nun ist es aber Zeit - gelebte Demokratie - einen weiteren, peinlichen Niedergang der einstigen Sportnation Deutschland aufzuhalten, dafür brauchen wir die Kinder- und Jugendsport-Wende, wieder Vorbilder und nicht nur Fußball in der Presse.  

Alle Sportfans hoffen, dass der „neue Kanzler“ seine Innen- Bildungs- und Gesundheitsminister beauftragt, neben Fußball, wieder Schul-, Kinder-, Jugend- und Leistungssport zu wollen.

Schulsport-Lehrer und ehrgeizige Trainer „first“ wären die Basis für Veränderungen.

Die Kleinen müssten bis zum Kindergarten von den Eltern, in den Kitas an der frischen Luft, in Sport- oder Schwimmhallen wenigstens täglich 1-2 Stunden und im Schulsport alle Kinder mehr als bisher bewegt werden. In der noch Corona-Zeit wäre zweimal 30-45 Minuten ein Spaziergang der Klassen, mit Atemübungen, rund ums Viertel, eine bessere Alternative zu den geplanten wahnsinnigen Luftfilter-Millionen oder dem 5 Minuten Fensteröffnen. Im Kindersport werden die Grundlagen für eine längere Gesundheit, die Fitness für Jahrzehnte, die Lust und das Wissen um Bewegung vermittelt, Gewohnheiten ausgeprägt und es werden zugleich die aktuell so fehlenden Talente für die unterschiedlichsten Sportarten gefunden. Dann könnte GERMANY auch eines fernen Tages in der Welt-Sport-Präsentation wieder öfter vorkommen.Dafür wäre vorrangig, möglichst in jedem Dorf, in jeder Gemeinde wieder Kinder „mit den verschiedensten Sportarten bekannt zu machen, weil nur üben hilft“. Sicher finden sich in einem ersten Schritt Sportlehrer, vielleicht Sportstudenten in ihrer Referendarzeit zur Praxisausbildung, Sportler oder besser Übungsleiter, die eine solche Aufgabe übernehmen würden. Wir brauchen keine wissenschaftlichen Expertisen oder immer neue Konzeptionen, sondern Trainer oder Sportlehrer oder auch „Freiwillige“ in den Vereinen und Sportlehrer in den Schulen für einen möglichen Erfolg.

Ministerpräsidenten, Innenminister und Bildungsminister setzen Sie sich für einen anderen Schul- und Vereinssport ein, legen ein Sportlehrer-Trainerprogramm auf und erteilen Aufgaben damit die Eltern ihre Kinder wieder zum Vereinstraining fahren können.

„Wer Gold will, muss mit Gold fördern - aber nicht nur ganz oben auch schon ganz unten“ (Olympiasiegerin Kristina Vogel 8/21)

Vielleicht laden die LV demnächst die Kleinen in Kinder-Trainingszentren ein

Deutschland würde ein Gesetz für Kinder- und Jugendsport in Kitas, Schulen und Vereinen wieder zurückbringen.

Weit vor dem geplanten Potential-Analyse-System brauchen wir Kinder die im Schulsport und in den Vereinen „wie früher bewegt werden“ und Trainer für diese Basis, die entsprechend honoriert werden.

Wer die Deutschen Jugendmeisterschaften der Altersklassen U18 und U20 Ende Juli in Rostock einmal unter Nachwuchsleistungssport-Aspekt, aus der Sicht der Ergebnisse im Mittel- und Langstreckenlauf bei den Olympischen Spielen in Tokyo, aufmerksam beobachtet hat, kann nur zu dem Schluss kommen, dass man sich, von Ausnahmen abgesehen, große Sorgen um Deutschlands Spitzen-Leichtathletik machen muss. Besonders in den Laufdisziplinen behinderte der vordergründige Kampf unserer „Jugend“ um die Medaillen die später so dringend gebrauchte Tempobereitschaft.  Es fehlte an auffälligen Talenten für die Mittelstrecken, an guter Lauftechnik, an spezieller Ausdauer für gute Zeiten, Spurtfähigkeiten und man hatte das Gefühl auch an Erziehung. 

Wir brauchen aber nicht nur Langstreckler sondern Leichtathleten für die unterschiedlichsten Disziplinen

Alle Sportarten tragen zum Erwerb grundlegender Bewegungsfertigkeiten bei. Einige Sportarten (z.B. Leichtathletik, Gymnastik, Schwimmen, Spiele) aktivieren viele Fähigkeiten und sind allgemein für die Entwicklung der Fähigkeiten im frühen Alter geeignet. Der Erwerb und die Beherrschung solcher grundlegenden Bewegungsfertigkeiten sind Aufgaben des Kindertrainings, und müssen Teil der frühkindlichen Bildung sein.

Aber nur wo Trainer sind, werden Kinder bewegt

Anerziehung von Bewegungen, Beweglichkeit durch Sport, muss wieder immanenter Teil der Bildung werden. Schul- und Vereinssport sind für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit einer Nation fundamental. Alle Kinder haben ein recht gesund aufzuwachsen, richtige Bewegung muss man – die Paralympics in Tokyo haben es gerade gezeigt – Behinderten aber auch Talenten mit Begeisterung lehren. 

Vor den Kitas haben die Eltern mehr Verantwortung

Zu viele „fachfremde Lehrer“, wie in der Vergangenheit, richten Schaden an, „machen dick und vergeuden Talente“. Deshalb ist eine nationale Strategie, besser Konzeption für Kinder- und Jugendsport in Kitas, Schulen und Vereinen dringend. Wohl ein Milliardenprojekt, es wird ja täglich berichtet, dass es sehr viele Geldverschwendungen und Sparmöglichkeiten rund um den Bundestag und die Parteien gibt. Vielleicht finden sich nun in der neuen Regierung und in den Ländern wieder ein paar „Sportliche“.

       ALLE, auch die Opposition, sind für die Bildung und Ausbildung der Herzen, Lungen, Gehirne und der Psyche von 13,5, Millionen Kinder und Jugendlichen unter 18 verantwortlich. Bewegung ist der Motor zur gesunden körperlichen, geistigen und psycho-sozialen Entwicklung. Einmal gelernt kann sie sogar im „Mittelalter“ dafür sorgen das die Gewichte nicht aus dem Ruder laufen.

       Leider haben zu viele bisher nicht verstanden, dass für „Körper & Geist“ in den Vorschul- und BASICS-Jahren wesentliche Grundlagen für ihre lebenslange Gesundheit geschaffen werden. Eine Grundsatzdiskussion bei den Bildungsverantwortlichen in den Ländern ist deshalb überfällig. Nicht nur Millionen Sport-Fans wären nach Olympischen Spielen gern wieder Stolz auf ihr Deutschland.

Deshalb muss Sport nicht nur Teil der frühkindlichen Bildung, sondern Kinder- und Jugendsport auch Anliegen der Öffentlich-Rechtlichen ARD / ZDF und auch der Dritten werden, deren Sportschau und Sportstudio aus der 1. – 2. und inzwischen sogar 3. Fußball-Bundesliga und kaum über den Kinder- und Jugendsport der anderen Sportarten berichten.

P.S. Es ist schade, dass nun, nach Olympia, die Medien den für sie offensichtlich „einfach zu moderierenden und transportierenden Fußball“ auf den Seiten ihrer Presseorgane und im TV wieder voll vereinnahmt haben und so einen großen Beitrag zum weiteren Niedergang des „Sports“ in GERMANY leisten.

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© Lothar Pöhlitz– Dipl.- Sportlehrer für Leistungssport / Sportwissenschaftler / 1959 – 1971 Trainer und Cheftrainer beim SC Chemie Halle / 1971 - 1979 Leiter des Wissen-schaftlichen Zentrums Lauf im DVfL / 1980-1998 DLV-Bundestrainer Mittelstrecke, Langstrecke, Marathon / zuletzt Teamleiter Marathon / 3x Olympia - Trainer für Deutschland / Langjähriger Dozent an der DOSB-Trainer-Akademie und DLV-Trainerschule / 4 Fachbücher