Neue Ideen für die Leichtathletik

Telis Team Start10km Johannesbad20 wilhelmi Foto
Regensburg, 25. März 2022 (orv) - Die Zeitschrift "Leichtathletik Training" hat eine Umfrage bei deutschen Experten gemacht, wie man die deutsche Leichtathletik attraktiver für junge sportbegeisterte Menschen machen könnte. Auch Regensburgs Teamchef Kurt Ring sollte dazu seine Meinung abgeben. Hier sein Statement in der diesjährigen Märzausgabe des Fachblatts: "Mit sehr speziellen Lösungen auf einen komplexen Systemfehler zu antworten, ist, wie ein einziges Pflästerchen auf einen riesigen mit hunderten von Löchern übersäten Luftballon zu kleben. Die Sportart Leichtathletik mit ihren vielen verschiedenen Disziplinfeldern modern und ansprechend für junge Menschen, eingeschlossen Talente, in ihrer Gesamtheit darzubieten, ist mit den vorhandenen Ressourcen an Trainern, Trainingsstätten, finanziellen Background (um nur einige Basics zu nennen) nur mangelhaft zu erledigen. Um noch effektiv mit dem, was viele Vereine zur Verfügung haben, arbeiten zu können, scheint meiner Ansicht nach eine Spezialisierung auf nur wenige Disziplinen unabdingbar. Diesen Weg sind wir in Regensburg schon vor 15 Jahren gegangen und damit sehr erfolgreich gewesen. Im Ranking der deutschen Vereine bewegen wir uns bei allen möglichen Auswertungen in Konkurrenz zu vielfältiger aufgestellten Leichtathletikclubs als fast reines Laufteam konstant um die Top 10. Unsere Leistungsträger/innen erreichen in hoher Anzahl das Höchstleistungsalter, die Anzahl der Bestenlistenplätze ist im Bereich Männer/Frauen am höchsten. Wir profitieren von einer starken homogenen Gruppendynamik.

Ein spezielles Dropoutsyndrom in der deutschen Laufszene liegt meiner Ansicht auch im deutlichen Missverhältnis von aeroben allgemeinen Grundlagentrainingsmitteln zu den speziellen, schnell formbildenden anaeroben Trainingsansätzen. Zudem ist in Deutschland eine zielführende Koexistenz der universitären Ausbildung mit Hochleistungssport fast nicht möglich. Hier hätte der DOSB, aber auch der DLV schon seit Jahrzehnten Handlungsbedarf, nicht nur für seine absoluten Toptalente. Wie das geht, zeigen uns die Amerikaner mit einem effektiven Collegesport. Ein weiterer Pferdefuß ist ein völlig aus dem Ruder gelaufenes Wettkampfsystem, das schon lange nicht mehr der Sport vorgibt. Hier gibt es tausendfache Verbesserungsansätze, aber kein spezielles Fach-Gremium, das sich damit befasst."