Telis Hürdenass geht  mit der besten Vorleistung in die „Finals“ von Berlin

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Regensburg, 22. Juni 2022 (orv) –  Jahrelang hatten bei den Deutschen Meisterschaften im Stadion die Läuferinnen und Läufer der LG Telis Finanz für Regensburger für Edelmetall gesorgt, dieses Mal soll eine Hürdenläuferin für den hiesigen Erfolgsclub die Kohlen aus dem Feuer holen. Mit ihrem Überraschungscoup bei der Sparkassen Gala in 13,25 Sekunden fährt Isabel Mayer mit der besten diesjährigen Vorleistung nun sogar als Mitfavoritin zu den Titelkämpfen ins Olympiastadion. Den Gedanken an mehr als eine Medaille in Form einer folgenden Nominierung für die Europameisterschaften in München (15.-21. August) schiebt sie allerdings weit weg. „Von der nationalen Norm von 12,97 Sekunden bin ich doch noch ein Stückchen weg und ob ich als Medaillengewinnerin über die europäische Rangliste nachrutschen würde, habe ich mich ehrlicherweise noch nicht beschäftigt“, sagt sie und sieht den „Finals“ einfach nur mit großer Freude entgegen. „Etwas gut zu machen“ hat sie trotzdem. Schon bei den Hallenmeisterschaften in Leipzig hatte sie gute Chance, trat dabei aber in eine Hürde und stürzte. Das wurmt sie immer noch.

Als die Meisterschaften 2019 zum letzten Mal auf der blauen Bahn der Hauptstadt ausgetragen wurden, sorgte Miriam Dattke in der Stadt ihrer Jugendzeit für Bronze über 5.000m und versilberte dann im letzten Jahr im Braunschweig ihren Auftritt über die zwölfeinhalb Runden. Dattke und Domenika Mayer sind 2022 in anderer Mission unterwegs. Sie sind als derzeitige deutsche Nummer eins und zwei im Marathon bereits fest für die EM nominiert, haben gerade das Höhentrainingslager in Livigno hinter sich und da passt einfach acht Wochen vor München der Start auf der Bahn nicht mehr. So springt Telis-Jungstar Emma Heckel in die Presche, die sich in ihrer ersten amerikanische Collegesaison prächtig entwickelt hat und mit veritablen 15:52,78 Minuten ins Rennen geht, „die Deutschen Meisterschaften aber nur als tolle Dreingabe für ein intensives Jahr“ sieht. Top acht könnte auch Teamkollegin Svenja Ojstersek erreichen. Mit 16:12,15 Minuten hat die 27Jährige im Mai in Karlsruhe gezeigt, dass sie dazu durchaus fähig ist. Flankiert werden beide von Telis-Altstar Thea Heim, die mit ihren 16:38,34 Minuten quasi im letzten Moment auf den DM-Zug aufgesprungen ist.

Alle im Regensburger Team halten natürlich der Langsprinterin Mona Mayer die Daumen. Am Ende des DLV-Trainingslagers infizierte sich die 400m Spezialistin Ende Mai mit Corona, was zu einem deftigen Formeinbruch führte. Erst vierzehn Tage vor den Meisterschaften konnte sie in Ingolstadt mit 53,58 Sekunden ein wenig an ihre 52,25 Sekunden als damalige Fünfte der U23-EM 2021 ein wenig anschließen. Ob sie nun in Berlin ihren Traum von einem Startplatz in der deutschen 4x400m Staffel weiter verfolgen kann, wird das Wochenende zeigen. Der erste Schritt dazu wäre die Finalteilnahme. Mit am Start über die Stadionrunde ist auch Teamkollegin Maike Schachtschneider. Für U23-Mann Benedikt Brem geht es über 5.000m der Männer allein ums Erfahrungen sammeln. Selbst wenn er seine fulminante diesjährige Steigerung auf 14:08,98 Minuten bestätigt, hat er noch keine Chance, wie im letzten Jahr sein Teamkollege Simon Boch vorne mitzumischen. Dies hätten  vielleicht der Deutsche 10.000m Boch und Vizemeister Filimon Abraham gekonnt, doch sie sind genauso wie der ebenfalls bereits im Marathon nominierte Konstantin Wedel in intensiver EM-Vorbereitung und starten nicht in Berlin. Telis-Dreispringer Benedikt von Hardenberg ist bei einem Sprung über die 15 Meter durchaus wie im Vorjahr in der Lage, unter die besten Acht zu kommen. Einzige Vertreterin des SWC Regensburg ist die noch der Jugendklasse angehörige Mittelstrecklerin Lisa Lankes, die über 800m der Frauen an den Start geht.