Miriam Dattke und Domenika Mayer im Dunstkreis der EM Top Ten im Marathon

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Regensburg, 9. August 2022 (orv) –  Die Final Entries, die endgültigen personelle Disziplin-Aufstellungen der Nationen, sind heute auf den Seiten der European Championships erschienen. Sie gelten nun als erste Einordnungshilfe für den späteren Wettkampf. Für Regensburgs Marathonläuferinnen ist dabei auf den ersten Blick alles sehr vielversprechend. Nach den diesjährigen Bestleistungen geordnet zieren Domenika Mayer und Miriam Dattke mit ihren im Frühjahr sekundengleich gelaufenen 2:26:50 Stunden zusammen den zweiten Platz im Teilnehmerfeld des Marathons gefolgt von zwei weiteren deutschen Frauen. Der zweite Blick ist aber ein realistischer. „Da viele europäische Spitzenläuferinnen in diesem Jahr gar nicht die Marathonstrecke gelaufen sind, sondern sich schon 2021 für die Europameisterschaften qualifiziert haben, gehören unsere beiden Läuferinnen zwar zum Vorderfeld, sind aber natürlich nicht zwangsläufig Anwärterinnen auf eine Einzelmedaille oder Team-Gold“, relativiert Telis-Teamleiter Kurt Ring die nackten Zahlen.

Als erfahrener Coach auf dieser Strecke weiß Ring natürlich, welche komplizierten Unwägbarkeiten der Lauf über 42,195 Kilometer beinhaltet. Die „heiße“ Diskussion über das Wetter ist inzwischen allgegenwärtig. Wann der EM-Marathon nun wirklich gestartet wird, soll nun morgen vom Organisationskomitee entschieden werden. Simon Boch, einer der männlichen Protagonisten der Regensburger EM-Marathon-Truppe sieht das inzwischen tiefenentspannt. „Es ist so wie es ist, ob heiß oder weniger heiß, es ist für alle gleich, da müssen wir alle durch.“

Ein anderes Thema ist natürlich der Zeitpunkt des zurückliegenden Qualifikationsmarathons. Die Frage aller Fragen ist, was ist individuell bis zum Tag X bei allen Favoritinnen formtechnisch passiert? Der letzte Formtest der Telis-Mädels über 10km fiel da mit 31:43 für Dattke und 32:22 Minuten für Mayer beruhigend gut aus. Da sich Marathonspezialisten vor dem Höhepunkt meist Wettkampf technisch zurückhaltend verhalten, sind auch diese Werte nur bedingt aussagekräftig.

Der wichtigste Punkt der individuellen Betrachtung der Regensburger EM-Marathon Einschätzungen ist aber, dass Dattke, Mayer, Boch und Konstantin Wedel bei der EM alle Vier noch absolute Novizen in punkto internationaler Meisterschaftsrennen auf der längsten olympischen Laufdisziplin sind. Für die beiden Damen, sowie für Boch ist es erst der zweite Marathonstart überhaupt, Konstantin Wedel hat schon zwei in den Beinen. Bisher hatten die Vier nur immer Zeittabellen auf der Jagd nach Bestzeiten im Kopf, jetzt geht es bevorzugt um Platzierungen auch im Kampf um die drei begehrten Teamplätze für die Mannschaftswertung. Gepaart mit den hohen Temperaturen, könnte das Rennen auf der ersten Hälfte durchaus auch ein taktisches Geplänkel werden, ehe die Partie bei Kilometer dreißig erst richtig losgeht.

„Man tut vor allem unseren Mädels absolut keinen Gefallen, wenn man sie auf Grund der Vorzeichen in eine Favoritenrolle hievt. Ich hoffe, dass sie wenig Fehler machen und das umsetzen können, was sie wirklich können. Durch die Vorbereitung sind sie jedenfalls weitgehend problemlos durchgekommen“, mahnt der Regensburger Teamchef zur Besonnenheit bei der Einschätzung seines Quartetts.