
© Lothar Pöhlitz*
Lernen durch Bewegung, durch Üben, praktische Erfahrungen, kleine Spiele, durch Wiederholungen etwas immer besser zu können, sind die Ziele für Fitness im Kinder-Sport. Sie müssen gern wiederkommen, Spaß haben, Freunde / Freundinnen finden. Talent erkennt man, wenn sie sich vielseitig zeigen dürfen. Jede/r ist anders, für mehr kurz oder länger talentiert und es sind Früh- und Spätentwickler dabei. Erkennen und in der Ausbildung differenzieren. Die Mangel-Probleme, über die derzeit viele unserer Sportarten klagen, liegen an der Basis, im Kindersport der Schulen und Vereine, in zu wenig Schulsport-Stunden und vor allem in fehlenden Talenten, Schulsportlehrern und Trainern.
Erziehen, entwickeln wollen erfordert fördern und fordern zugleich. Jeder ist für irgendeine Disziplin oder Sportart talentiert, es ist Aufgabe der Trainer dies möglichst früh zu erkennen, sie der jeweiligen Disziplin / Sportart ohne persönliche Egoismen zuzuführen und entsprechend auszubilden. Genetisch festgelegt ist, ob die Muskulatur eher schnellkräftig oder verstärkt ausdauernd ist.
Deutschland hilft vor allem geförderter Kindersport aus der Krise der Sportarten, Schulsportlehrer für die tägliche Schulsport-Stunde, Übungsleiter und Trainer in Vereinen auch für die zukünftige Gesundheit und Leistungskraft unseres Landes.
Wenn man mit 8 Jahren mit 3 x 60-70 Minuten Spiel-Leichtathletik wöchentlich beginnt und dann jährlich eine TE mehr, bei gleichzeitiger Erhöhung der Trainingszeiten, absolviert, ist man spätestens im Basics-Alter 12, also mit 12 Jahren, bei einem täglichen Training. Dies sind Voraussetzungen – die in anderen Sportarten „normal“ - für einen weiteren erfolgreichen Aufbau von Talenten im Alter ab 14-15 Jahren notwendig sind. Die Technik der Trainingsübungen, die Lauftechnik immer besser und das kurze Schnelllaufen sollten zuerst auf dem Trainingsplan. Aber auch ein 30 Minten-Dauerlauf am Wochenende zu Hause hilft voran. Die Trainer sehen am besten wer für „besser schneller- oder besser längerlaufen“ geeignet ist und können so ihre Stärken verstärken.
Im Alter von 8 -> 9 -> 10 -> 11 -> 12 Jahren
3 -> 4 -> 5 -> 6 -> 7 TE pro Woche
60´+ ----------> 90´ --------> 120 Minuten
Alle wissen, dass „Musik-Wunderkinder“ oder Schüler in Sportarten wie z.B. Turnen, Schwimmen, Sportgymnastik oder in den nordischen Skidisziplinen nicht nur einen deutlich höheren Trainingsaufwand bewältigen als Leichtathletik-Kinder, sondern ein Training auch mit höheren Ansprüchen.
In der Leichtathletik fehlt es an Nachwuchs- und Kindertrainern in den Vereinen und im Schulsport, die sich mit Engagement und Akribie den 8-12jährigen widmen. Außerdem bedarf es einer Neukonzeption für den Schulsport der 16 Länder, um Kinder täglich fitter zu machen.

Kinder-Training macht Spaß und ist ansteigend anstrengend
Das Bewegungsverhalten von Kindern außerhalb des Trainings zeigt früher, dass sie sich im Spiel eher intensiv-kurz, als anaerob-lang belasten, sich die Belastbarkeit (Spieldauer) durch „Training“ verbessert und das Trainierte besser mit ihrem anaeroben Energiebereitstellungssystem umgehen können als Untrainierte. Sie messen sich dann auch gern mal beim Straßenlauf in der Region.
Unter dem Gesichtspunkt einer längerfristigen Perspektive für Lauf-Talente, muss man deshalb schon 10jährigen Schülern ein dosiertes, ganzjährig kombiniertes gemischt aerob und aerob-anaerobes Ausdauertraining anbieten. Bei vorrangiger Ausprägung der vor allem anlagebedingten Schnelligkeitsfähigkeiten, der Beweglichkeit, der zielgerichtet – athletischen Voraussetzungen („Zentrum“ und der Füße) und dosierten, kurzen anaeroben Belastungen, nicht nur in Phasen spezieller Wettkampfvorbereitungen. Besonders wirksam sind Ausdauer-Spiele in Kleingruppen.
Ein hoher Anspruch an eine frühe Aufmerksamkeits-Lauftechnikausbildung ist Voraussetzung für eine optimale Laufökonomie und für ein später mit „Leichtigkeit“ zu präsentierendes Renntempo über eine bestimmte Strecke.

„Von Läuferinnen und Läufern mit ihren Trainern, die zu Weltrekorden und Olympia-Siegen bzw. vergleichbar hohen Leistungen in der Lage waren, wurde im Nachhinein bekannt, dass Sie sehr talentiert, mental stark, immer aber auch außergewöhnlich trainiert und auch ihre „Team-Begleiter“ (Ärzte, Physiologen, Psychologen, Physiotherapeuten) genutzt hatten. In der Quantität des Qualitätstrainings, einem Top-Coach und der Motivation fanden Sie ihre Schlüssel“ Lothar Pöhlitz - TRAININGPRAXIS LAUFEN
Schülertraining ist immer auch Lerntraining
Ein richtig und gut dosiertes, abwechslungsreiches, vielseitiges Spiel-Sprint- oder Ausdauertraining bereitet Talente als Teil einer komplexen Gesamtausbildung besser auf das Jugendtraining vor, entwickelt Herz, Lunge und die Leitungen dahin, programmiert das Gehirn und verbessert die spezielle Belastbarkeit. Dafür müssen aber die Jahre immer besser genutzt werden. Gut dosiert heißt aber auch in dem Maße geschwindigkeitsorientiert, wie es der jeweilige individuell-aktuelle Ausbildungsstand zulässt. Dazu gehören auch kurze 100% Läufe, am besten nach Zeit, damit sie auch erfahren, dass sie „schneller geworden sind“.

Unter dieser Aufgabenstellung ist es wichtig, dass die Schüler ihre Übungen „technisch gut, aber auch zunehmend schneller ausführen sollen“ und auch Ausdauer trainieren, um ihren Leistungsfortschritt zu spüren. Dies ist möglich, wenn beispielsweise auf einer entsprechenden Standardstrecke im Wald oder im Gelände, immer mal wieder eine oder mehrere „Runden“ nach Zeit gelaufen werden. Schneller motiviert auch die Kleinen.

Um alle diese Ausbildungsaufgaben zu schaffen, trainieren Talente immer öfter bis zu täglich, auch im Oster- oder Sommertrainingslager mit 8 - 12 Jahren immer besser als bisher, wie in anderen Sportarten, nutzen 5 Gänge (die bekannten Geschwindigkeitsbereiche), verbessern die Techniken aller Trainingsübungen, stärken ihr Chassis, machen Wettkampferfahrung, entwickeln ihre mentale Stärke und werden motiviert zu p.B. oder wenn möglich um zu gewinnen.
Auf diesem Wege finden Trainer die Ausnahmeathleten, die Goldkörnchen, die früh beginnen und eines Tages vielleicht bei Olympischen Spielen in Deutschland Medaillen erkämpfen können.

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© Lothar Pöhlitz – Dipl.- Sportlehrer für Leistungssport / Sportwissenschaftler / Trainer, Cheftrainer beim SC Chemie Halle / Nachwuchs-Verbandstrainer / 1971 – 1979 Leiter des Wissenschaftlichen Zentrums für Lauf – Trainingsmethodik der DDR / 1980-1998 Sprinttrainer bei Bayer LEV – Trainer LG Olympia Dortmund - DLV-Bundestrainer Mittelstrecke – Langstrecke – Marathon / 3x Olympiatrainer für Deutschland - 1984 in Los Angeles, 1988 in Seoul und 1996 in Atlanta – 4 Lauf-Fachbücher
Layout Bettina Diller





